Geschichte der Villa Sihlberg, Zürich-Enge, erbaut 1898
"Der Sihlberg" gehörte der bier-brauenden Familie Hürlimann von 1989 bis 2005
Die Villa wurde 1897/98 durch den Bierbrauer Albert Heinrich Hürlimann-Hirzel (1857-1934) auf dem unmittelbar ans Fabrikareal angrenzenden " " erbaut.
(1846-1912), der - von Schaffhausen kommend - ab 1875 in Zürich tätig war. Der begabte Semperschüler baute bereits 1876-78 das prestigeträchtige Projekt der Alten Börse an der Bahnhofstrasse 3. Aufgrund dieses parchtvollen Neurenaisancebaus wurde er als Direktor an die Kunstgewerbeschule und das Kunstgewerbemuseum Zürich berufen, wo er 1879-97 tätig war. Neben diesem Amt führte er zahlreiche Bauten in den Kantonen Zürich, Aargau und Schaffhausen aus und war zudem an der Landesausstellung in Zürich 1883 (und später in Genf 1897 sowie auf der Weltausstellung in Paris 1900) beteiligt. Gleich nach Beendigung seines Direktoren-Mandates entstand die Villa "Sihlberg".
Beim sogenannten "Sihlberg" handelt es sich um einen schlossart-grosszügigen Wohnbau in einem historistischen Stil, dessen Elemente zwischen Spätgotik und Frührenaissance anzusiedeln sind. Der Baukörper ist ; er ist asymmetrisch gestaffelt mit Risaliten, einem Turmvorbau und mit Terassen. Zusammen mit dem ursprünglich grossen Garten und der Bepflanzung des steil abfallenden Hügels gegen den See hin entstand trotz gebieterischen Eindrucks des Gebäudes eine malerische, romantische Wirkung der Gesamtanlage.
Die reiche Detaillierung des Äusseren - ablesbar etwa am kunstvoll geschmiedeten Gartentor oder den eingemauerten Sandstein-Skulpturen der Köpfe aller sechs Kinder der Familie des Hauses - wird im Inneren in vielfältiger Form weitergeführt; kein Zweifel, dass der ehemalige Direktor des Kunstgewerbemuseums hier alle Register seines Metiers zu ziehen wusste. Allerdings ist der Zusammenhang zwischen Innen und Aussen nicht immer stringent: die einzelnen, reich ausgestatteten Räume weisen je einen ausgeprägten, eigenständigen Charakter von ganz unterschiedlicher stilistischer Ausrichtung auf. Besonders das Treppenhaus und die Representationsräume des Erdgeschosses erinnern entfernt an die Atmosphäre einer Landes- oder einer Kunstgewerbeausstellung.
- 1911 wurden durch die Architekten Gull & Geiger Stützmauern erstellt,
- 1922 durch Architekt F. Erismann auf der Talseite eine Veranda eingefügt.
- 1976/77 erfolgten Anpassungen für den Teilbetrieb durch die Steiner-Schule.
- 1985/86 wurde das Äussere des Gebäudes umfassend renoviert.
- 1999 wurde schliesslich der kleine Personenlift erneuert.













